Corona-Pandemie: Schließung der Bibliothek auf unbestimmte Zeit

17 Mrz

Stellungnahme zur Corona-Pandemie
15.03.2020
AlleFrauen*Referat und Feministische Bibliothek des AStA der Universität Mainz

Hiermit geben wir bekannt, die Feministische Bibliothek auf unbestimmte Zeit zu schließen. Die Ausbreitung des Coronavirus muss verlangsamt werden, damit möglichst wenig Menschen auf einmal medizinisch versorgt und beatmet werden müssen. Wir rufen deswegen alle zu Solidarität mit Risikopersonen auf! Reduziert soziale Kontakte, wo es nur geht, bleibt zuhause, wascht euch regelmäßig die Hände, vermeidet größere Menschengruppen! So kann der Ausbruch verlangsamt werden und auch Patient*innen, die nicht vom Coronavirus betroffen sind, können besser geschützt werden.

Wie die Universitätsleitung heute bekannt gegeben hat, werden alle Prüfungen ab dem 16. März 2020 abgesagt. Dies betrifft mündliche wie schriftliche Prüfungen und gilt für die gesamte JGU einschließlich der Universitätsmedizin. Ausgenommen davon sind Abschlussarbeiten (Bachelor-, Masterarbeiten, Staatsexamen, Dissertationen) sowie schriftliche Studien- und Prüfungsleistungen wie Hausarbeiten, Protokolle, Portfolio etc., für die laut Universitätsleitung „keine persönliche Anwesenheit an der JGU erforderlich“ ist (Quelle: https://sl.uni-mainz.de/information-zum-umgangder-jgu-mit-demcoronavirus/). Letzterem widersprechen wir: Für Abschlussarbeiten wie schriftliche Studien- und Prüfungsleistungen kann sehr wohl eine Anwesenheit an der JGU erforderlich sein: Studierende müssen zur Recherche ihrer Arbeiten Bücher aus der Zentralbibliothek oder den Bereichsbibliotheken ausleihen oder benötigen Bücher und Medien aus den Präsenzbibliotheken der Universität und nutzen diese als Arbeitsort. Studierende verwenden das technische Equipment der Universität, um ihre Arbeiten anzufertigen – Scanner, Drucker, Kopierer, Computer, Internetzugang.

Solange Bibliotheken auf dem Campus weiterhin zur Ausleihe oder zur Nutzung von Medien geöffnet sind sowie als Arbeitsort gebraucht werden, kann sich der Virus dort ausbreiten. Solange Abgabefristen für schriftliche Arbeiten nicht verschoben oder gänzlich fallen gelassen werden, sind Studierende gezwungen, diese zur Fertigstellung ihrer Studienleistungen als Ressource zu nutzen. Diese Situation ist nicht tragbar!

Stimmen aus der Wissenschaft und Politik raten momentan allen dazu, zuhause zu bleiben, im Homeoffice zu arbeiten, nicht zu reisen, sich nicht in größeren Menschengruppen aufzuhalten. Dieser Virus geht uns alle an! Er ist gefährlich und breitet sich schnell aus, die Zahl der Infizierten kann ohne Gegenmaßnahmen sehr schnell in die Höhe gehen – dies wird an der aktuellen Situation in Italien und Spanien sehr deutlich. Die Plätze in Krankenhäusern können auch in Deutschland knapp werden – vor allem für Menschen, die zu Risikogruppen gehören, sind solche Entwicklungen lebensbedrohlich! Studierende, die sich in den Bibliotheken aufhalten, riskieren eine schnellere Verbreitung des Virus. Studierende, die sich um Personen aus ihrem näheren Umfeld, Freund*innen oder Familienmitglieder, die zu einer Risikogruppe gehören, kümmern (müssen), werden in der aktuellen Lage gezwungen, diese im Stich zu lassen, um ihre Prüfungsleistung zu erbringen. Denn mit dem Gang in die Bibliothek riskieren sie eine Ansteckung. Studierende, die selbst zu einer Risikogruppe gehören, müssen in einer sowieso schon angespannten Situation, die Mehrarbeit leisten, ihr gesundheitliches Risiko den Prüfungsämtern zu beweisen, um von Prüfungsterminen und -fristen freigesprochen zu werden.

Wir fordern deswegen die Universitätsleitung und das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur auf, Abgabefristen für schriftliche Prüfungsleistungen auszusetzen bzw. komplett zu verschieben. Außerdem appellieren wir, die Schließung der Bibliotheken generell in Betracht zu ziehen, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen.

Falls ihr dringend Bücher aus der Feministischen Bibliothek benötigt, um eure Arbeiten pünktlich abzugeben, meldet euch bitte per Mail bei uns (feministischebibliothek@asta.uni-mainz.de). In dringenden Fällen wird eine Ausleihe von uns gewährt. Ausgeliehene Medien müssen momentan nicht zurückgegeben werden. Bei einer späteren Rückgabe erwarten euch keine Gebühren.

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